Die Rote Liste

Laut „Liebhaber des Deutschen Spitzes e.V.“ sind Großspitze die zahlenmäßig kleinste Varietät des Deutschen Spitzes. Weit verbreitet waren sie im Grunde nie. Doch in den letzten Jahren und Jahrzehnten wurden sie immer weniger gezüchtet, bis im Jahr 2002 nur noch 7 Welpen in Deutschland geboren wurden. Auch in anderen europäischen Staaten, mit Ausnahme von Tschechien, der Slowakei und den Niederlanden kommt der Großspitz so gut wie nicht mehr vor. In England und den USA beispielsweise ist der Großspitz völlig unbekannt. Mehr noch – er wird dort als Rasse, bzw. Varietät gar nicht anerkannt.

Im Jahr 2003 nahm die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) den Großspitz in die rote Liste der gefährdeten Haustierrassen auf. Immer noch gilt der Großspitz als “extrem gefährdet”.

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Was können wir tun?

Interessierte am Großspitz können einen Welpen mit Hilfe der Liste von Großspitzwürfen fündig werden.

Da es nicht mehr so viele Großspitze gibt und die meisten Großspitze für die Zucht geeignet sind, sollte ein Rüde nur im äußersten Notfall kastriert werden und als Deckrüde in Betracht gezogen werden. In diesem Fall benötigt der Rüde eine Zuchtzulassung.

Für eine Zuchtzulassung müssen bestimmte Anforderungen erfüllt werden, die in drei Kategorien aufgeteilt sind:

  • Aussehen
  • Verhalten
  • Ausschluss erblicher Krankheiten

Das Aussehen muss mit der Note “sehr gut” von zwei verschiedenen Spezialrichtern des Vereins für Deutsche Spitze e. V. bewertet werden. Die Bewertung wird auf einer vom Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) geschützten Rassehundausstellung vorgenommen.

Auch die Mindestanforderung für das Verhalten muss von einem Spezialrichter überprüft werden, es sei denn der Rüde hat bereits eine Begleithundprüfung bei einem VDH-Verein absolviert.

Um die Verbreitung von Erbkrankheiten einzudämmen, müssen sich die Deckrüden eingehender medizinischer Untersuchungen unterziehen.

Großspitze müssen zwingend eine röntgenologische Untersuchung auf Hüftgelenksdysplasie (HD) durchführen lassen, da diese Rassen häufig davon betroffen sind. Das Röntgen übernimmt ein erfahrener Tierarzt mit der entsprechenden Ausstattung. Wird beim Röntgen eine schwere oder mittlere HD entdeckt, darf der Spitzrüde nicht für die Zucht zugelassen werden. Fällt die HD gering aus, darf er zwar für die Zucht genommen werden, allerdings nur in Kombination mit einer Hündin, die frei von HD ist. Der Tierarzt ist verpflichtet, einen vom Zuchtverband vorgeschriebenen HD-Beurteilungsbogen auszufüllen. Den gibt es beim Hauptzuchtwart oder beim Zuchtbuchführer. Der Bogen muss zusammen mit der Ahnentafel dem Tierarzt vorgelegt werden. Der schickt dann die Unterlagen an den Zuchtbuchführer/Hauptzuchtwart. Von dort aus werden die Untersuchungsergebnisse zur Auswertung an eine tierärztliche Hochschule gesendet. Das Urteil der Hochschule ist maßgebend.

Für die Zucht dürfen nur reinrassige, wesensfeste und gesunde Spitze verwendet werden. Die Auflagen sind sehr streng, da Erbschäden verhindert werden sollen. Daher gibt es eine Reihe an Papieren, die der potentielle Deckrüde vorweisen muss:

  • Zwingername: Zwinger- oder Zuchtnamen basieren auf den registrierten Namen des Zwingers oder Züchters. Er wird nur an reinrassige Tiere vergeben. Der geschützte Zwingername als Namensbestandteil des Hundes kann beim Zuchtbuchamt beantragt werden.
  • Anerkannte Ahnentafel oder Registrierbescheinigung
  • Bescheinigung über die oben aufgeführten medizinischen Untersuchungen und Prüfungen

Die anfallenden Kosten für die medizinischen Untersuchungen müssen vom Halter getragen werden. Die Decktaxe bezahlt der Züchter oder der Halter der Hündin, die gedeckt werden soll an den Halter des Deckrüden. Meistens liegt das Entgelt bei dem Wert, den ein reinrassiger Welpe einbringen würde. Der Betrag wird zwischen dem Deckrüdenhalter und dem Züchter vereinbart. Am besten ist eine schriftliche Vereinbarung, um Differenzen und Missverständnissen vorzubeugen.